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01.07.2019

Welterbefest im Zeichen der Zusammenarbeit

Die Zukunft des Welterbes weiterentwickeln und noch stärker länderübergreifend kooperieren: 10 Jahre UNESCO Welterbe stand heute im Fokus beim Festakt im Gadertal.
Bei strahlendem Wetter und unter großem Publikumsandrang ging heute (29. Juni) das "Dolomites UNESCO Fest" vor der beeindruckenden Kulisse der Dolomiten in St. Vigil in Enneberg über die Bühne. Es handelte sich um die Hauptveranstaltung in Südtirol zum zehnten Jahrestag der Aufnahme der Dolomiten in die Liste der UNESCO-Welterbestätten.
Beim offiziellen Festakt am Vormittag drehte sich alles um das runde Jubiläum. Landschaftsschutzlandesrätin Maria Hochgruber Kuenzer stellte in ihrer Ansprache klar, worin die große Herausforderung des Jubiliäums liege: Die Auszeichnung Welterbe lasse die Besucherzahl in diesem Gebiet steigen, daher gelte es zu handeln. "Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, mit allen unterschiedlichen Interessensgruppen in Südtirol - den Touristikern, den Umweltschützern, und den Menschen, die in dieser einmaligen Landschaft leben und arbeiten - sowie darüber hinaus gemeinsam mit den anderen Provinzen festzulegen, wie wir die Zukunft des Welterbes proaktiv gestalten", betonte Kuenzer.
Das heutige Fest sei ein schönes Symbol für die Zusammenarbeit, von vielen Institutionen getragen und für die Bevölkerung organisiert. Das Gemeinsame, die länderübergreifende Kooperation stehe auch im Mittelpunkt des Dolomiten UNESCO Welterbes: "Wir haben neun Teilgebiete in fünf Provinzen, letztlich handelt es sich jedoch um ein Welterbe", so die Landesrätin, in deren Ressort für Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege die Verantwortung für das UNESCO Welterbe in Südtirol fällt. Es gehe, so Hochgruber Kuenzer mit Hinweis auf den dazu eingesetzten Expertentisch auf Südtiroler Ebene, "um eine umsichtige Weiterentwicklung des Welterbes."
Verkehrsentlastung und Nachhaltigkeit
Ladiner- und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider ging auf die ständig wachsende Verkehrsbelastung in diesem sensiblen Gebiet ein: "Unser Ziel ist es, die gesamte Zone in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Bürgern vor Ort vom Durchzugsverkehr zu befreien. Wir arbeiten daran, dass wir eine nachhaltige Entlastung unserer sensiblen Bergwelt erreichen, besonders zum Schutz der Natur und der dort lebenden Bevölkerung." Für bedeutende Maßnahmen auf den Dolomitenpässen brauche es eine neue gesetzliche Grundlage und ein koordiniertes Verkehrsmanagement, so Alfreider.
Auch für Umweltlandesrat Giuliano Vettorato ist dieser erste runde Geburtstag ein Anlass, verstärkt auf die nachhaltige Entwicklung dieses einzigartigen Gebietes zu setzen, das zahlreiche Besucher aus aller Welt anzieht: "Oberste Priorität muss der Schutz dieses Gutes bleiben, für uns, aber vor allem für die künftigen Generationen."
Anlass zum Feiern, aber nicht nur
Marcella Morandini, Direktorin der Stiftung Dolomiten UNESCO, wies in ihrer Ansprache ebenso darauf hin, dass es zum Jubiläum nicht nur um Feierlichkeiten gehe: "Zehn Jahre Welterbe sind für uns als Stiftung der Auftrag, das Welterbe weiter zu vertiefen, über die Zukunft nachzudenken und künftig provinzübergreifend noch wirksamer zusammenzuarbeiten."
Der Kabinettschef des Umweltministeriums, Pier Luigi Petrillo, erinnerte sich die Zeit, als die Dolomiten sich erstmals um die Auszeichnung als Welterbe der Menschheit bewarben: "Als es dann 2009 gelungen ist, war auch meine Freude groß, denn ich habe mich stets dafür eingesetzt, dass diese Gebirgslandschaft gebührend geschützt wird."
Anwesend war auch der Generalsekretär der Italienischen UNESCO-Kommission, Enrico Vicenti, der die Bedeutung einer nachhaltigen Entwicklung unterstrich: Sie sei der Schlüssel, um aktuellen Themen wie Klimawandel, Schutz der Artenvielfalt, Mobilität und Besucherströmen in den Dolomitentälern zu begegnen.
Für die Gemeinde Enneberg sei es eine Ehre, Austragungsort des Welterbefestes 2019 zu sein, freute sich Bürgermeister Albert Palfrader: "Heute dreht sich hier alles um das Welterbe. Jenseits der wirtschaftlichen und touristischen Nutzung sind wir aber überzeugt, dass künftig der Naturschutz in den Dolomiten im Vordergrund stehen muss."
Dem Festakt vorausgegangen war eine beeindruckende Messfeier, gehalten von Don Paolo Renner, der betonte: "Die Dolomiten gehören uns, aber auch der gesamten Menschheit. Die Welt schaut nun auf unser Ökosystem. Wir sind die Hüter, dürfen aber keine Ausbeuter sein. So wie auch die Olympischen Winterspiele 2026, für die Mailand-Cortina den Zuschlag erhalten haben, das Gleichgewicht dieses Systems nicht gefährden dürfen."
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