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11.02.2019

Tag des Europäischen Notrufs 112

An die 220.000 Anrufe im Jahr 2018, über 18.000 pro Monat: Bei einem Tag der Offenen Tür wurde heute (11. Februar) in der Notrufzentrale Bilanz gezogen.

DieLandesnotrufzentralegibt es in Südtirol seit 25 Jahren, am 17. Oktober 2017 kam dieEinheitliche Notrufzentrale 112dazu, eine vorgeschaltete Leitstelle, die alle eingehenden Anrufe - in 15 Sprachen -  entgegennimmt und vorsortiert. Für das Trentino undSüdtirolkonnte dabei durch eine Ausnahmeregelung der Dienst in einem Einzugsgebiet mit nur einer Million Einwohner aufgebaut werden, es wurde eine Einheitliche Notrufzentrale mit zwei Standorten inBozenund Trient eingerichtet. Dies, unterstrich am heutigen EuropäischenTag des Notrufs112 (11. Februar) LandeshauptmannArno Kompatscher, sei ein enormer Qualitätssprung im Rettungswesen und eine autonomiepolitische Errungenschaft. Mit RegierungskommissärVito Cusumanound dem Primar des betrieblichen Dienstes für Rettungs- und NotfallmedizinMarc Kaufmannlegte er in der Aula Zivilschutz in der Agentur für Bevölkerungsschutz die aktuellsten Daten zur Einheitlichen Notrufzentrale 112 aus dem Jahr 2018 dar.

Fast 220.000 Anrufe im Jahr 2018

219.819 Notrufe wurden 2018 über die Einheitliche Notrufzentrale 112 abgearbeitet, berichtete Primar Kaufmann: Das sind im Durchschnitt über 18.000 Notrufe pro Monat, der Spitzenwert wurde im August 2018 mit 21.433 Anrufen verzeichnet. Täglich erreichen 600 Notrufe in 24 Stunden die Einheitliche Notrufzentrale - bei den Unwettern Ende Oktober und beim Verkehrschaos nach den starken Schneefällen Anfang Februar hat sich die Zahl der Anrufe verdoppelt.

Einheitliche Notrufzentrale filtert rund ein Drittel heraus

Eine ganz zentrale Leistung derENZ 112ist die Filterfunktion: Nur 65 Prozent aller Anrufe werden als Notrufe herausgefiltert und an die kompetenten Leitstellen weitergegeben. Etwa 35 Prozent sind keine Notfälle, Fehlanrufe oder Mehrfachmeldungen, die in der ENZ 112 ihr Ende finden. Die Leitstellen werden demnach von rund einem Drittel der Anrufe entlastet, betonte Primar Kaufmann.

Der Verteilung der Notrufe über den Tag mit maximaler Belastung zwischen etwa 10 bis 20 Uhr wird auch in der Personalbesetzung widergespiegelt: So sind in der Nacht als Minimum zwei Disponenten im Dienst; das Team wird dann am Tag gestaffelt auf bis zu fünf Disponenten verstärkt.

Ein Vergleich der Verteilung der Notrufe der ENZ 112 mit der Landesnotrufzentrale 118 von früher ergibt laut Primar Kaufmann, dass die Arbeitsbelastung der Leitstelle jetzt bis später in den Abend hinein reicht. Der Grund dafür liegt in den Notrufen der Exekutivorgane, die dazu gekommen sind und im Vergleich zum Rettungsdienst erst später am Abend in eine ruhigere Phase übergehen.

85 Prozent der Notrufe werden über Mobiltelefone abgesetzt

Nur mehr etwa 15 Prozent aller Notrufe werden über ein Festnetz getätigt. 85 Prozent der Notrufe erreichen die ENZ über Mobilfunkgeräte, davon aktuell knapp 4 Prozent, rund 600 Anrufe pro Monat, über dieApp "Where are You": Dabei ist dem Disponenten beim Notruf bereits der Anrufer und der exakte Notfallort bekannt, wertvolle Zeit kann eingespart werden.

Antwortzeit bei über 90 Prozent aller Notrufe unter 4 Sekunden

"Ein wesentlicher Qualitäts- und Planungsmarker für eine Leitstelle oder weiter gefasst für die Einsatzorganisationen ist dieHilfsfrist, also die Zeit vom Notruf bis zum Eintreffen professioneller Hilfe", berichtete Primar Kaufmann: Die Antwortzeit bei über 90 Prozent aller Notrufe liegt unter 4 Sekunden, die Bearbeitungszeit in der ENZ 112 im Mittel 30 Sekunden. Dann steht fest, ob es tatsächlich ein Notfall ist, wo Hilfe benötigt wird und ob Rettungsdienst (50 Prozent), Feuerwehr (knapp 10 Prozent) oder Exekutive (40 Prozent) aufgeboten werden müssen.

An der heutigen Veranstaltung zur Bilanz teilgenommen haben auch BevölkerungsschutzlandesratArnold Schuler, GesundheitslandesratThomas Widmann, RessortdirektorKlaus Unterweger, der Direktor der Agentur für BevölkerungsschutzRudolf Pollingersowie Vertreter der Rettungsorganisationen. Anschließend folgte ein Rundgang durch dieLandesnotrufzentrale. Parallel dazu war die Bevölkerung zumTag der Offenen Türeingeladen.

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