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19.11.2018

Highlights aus dem 20. Jahrhundert

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Eine bunte Mischung: Unter der Leitung von Stanislav Kochanovsky spielt das Haydn-Orchester Werke von Bartók, Webern und Strauss im Konzerthaus Bozen

Ein spannender Konzertabend für neugierige Zuhörer: Am 20. November leitet der russische Dirigent Stanislav Kochanovsky das Haydn Orchester im Konzerthaus Bozen und präsentiert dabei Meisterwerke aus dem 20. Jahrhundert. So beginnt der Abend mit dem „Divertimento für Streicher“ von Béla Bartók, wird mit Anton Weberns Orchesterfassung der Fuge (Ricercar) zu sechs Stimmen, BWV 1079/5, von Johann Sebastian Bach fortgesetzt und endet mit der Orchestersuite aus „Der Bürger als Edelmann“ von Richard Strauss. Beginn: 20 Uhr.

BélaBartók schrieb das als Auftragswerk für das Baseler Kammerorchester entstandene „Divertimento“ 1939 kurz vor seiner Emigration in die USA, die angesichts der politischen Entwicklung in Ungarn damals ein „Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen“ war. Dem Vorbild des leichtfüßigen Divertimentos nach dem Vorbild Mozarts entspricht die Komposition dann auch nur in den beiden Ecksätzen. Der erschütternde Klageton des zweiten Satzes wirkt wie eine Vision von Angst und Not – und kann heute als Vorausahnung kommender Ereignisse gedeutet werden. Nur zwei Wochen nach dem Abschluss des Werks brach der zweite Weltkrieg aus. 1747 besuchte Johann Sebastian Bach den preußischen König Friedrich II in dessen Schloss Sanssouci in Potsdam. Dabei spielte der Monarch auf dem Fortepiano ein Thema vor und forderte Bach auf, darüber eine sechsstimmige Fuge zu komponieren. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die Werkgruppe „Musikalisches Opfer“ BMV 1079. 1936 orchestrierte Anton Webern eine Fuge aus dieser Sammlung und schuf eine Musik, in der sich die virtuose Kontrapunktik Bachs in der eigenen Vielstimmigkeit spiegelt. Richard Strauss stellte die Suite aus „Der Bürger als Edelmann“ 1918 zusammen und verarbeitete damit seine Schauspielmusik für Hugo von Hofmannsthals Adaption der 1670 uraufgeführten Ballettkomödie „Le Bourgois gentilhomme“ des Autorenduos Molière/Lully.

Stanislav Kochanovsky wurde 1981 in Leningrad (heute St. Petersburg) geboren und studierte am Rimsky-Korsakov-Konservatorium in seiner Heimatstadt. Heute gehört er in Russland zu den bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. 2014 debütierte er am Pult des Orchesters der Accademia Nazionale Santa Cecilia in Rom. 2016 dirigierte er Tschaikowskys „Pique Dame“ im Opernhaus Zürich. 2017 präsentierte er dessen Oper „Eugen Onegin“ beim Verbier Festival in der Schweiz, Er leitete prominente Klangkörper wie das Sinfonieorchester der RAI in Turin, das Rotterdam Philharmonic Orchestra, das NHK Symphony Orchestra in Tokyo oder das Israel Symphony Orchestra. Neben dem „klassischen“ Repertoire interpretiert Stanislav Kochanovsky selten gespielte Werke wie das Requiem von György Ligeti oder das Fragment der Oper „Der Spieler“ von Dimitri Schostakowitsch sowie Musik zeitgenössischer Komponisten wie Fedele, Broström, Campogrande, Martinsson, Golijov oder Thorvaldsdottir.

 

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